GisChem

Trennmittel/Spülmittel, dichlormethanhaltig

Auszug aus:
Datenblatt

Trennmittel/Spülmittel, dichlormethanhaltig: Charakterisierung, Grenzwerte, Einstufungen

Dichormethanhaltige Trenn- und Spülmittel werden in der Kunststoffverarbeitung, z.B. in der Polyurethan-Herstellung und in der Verarbeitung ungesättigter Polyesterharze eingesetzt.
Als Trennmittel verhindern sie die Haftwirkung zwischen Formteil und Form, d. h. ihr Verkleben, indem sie zwischen beiden Oberflächen einen leicht trennbaren Film bilden. Die Trennmittel dieser Gruppe sind sprühfähige Dispersionen.
Sie enthalten als Wirkstoff z.B. Wachse oder Silikone (ca. 3 - 25 %), als Trägerflüssigkeiten z.B. Dichlormethan (ca. 25 - 70 %) und Kohlenwasserstoff-Lösemittel oder deren Gemische, z.B. Testbenzin (Benzolgehalt < 0,1%), Naphtha.
Spülmittel bestehen ebenfalls aus Kohlenwasserstoff-Lösemitteln und Dichlormethan (ca. 5 - 10 %).
Als Spülmittel wird diese Produkgruppe z.B. zum Spülen und Reinigen von Prozessleitungen und Anlagenteilen wie Düsen oder Mischköpfe verwendet.
Die in der Regel farblosen, hellgelben oder milchig trüben Flüssigkeiten mit charakteristischem, süßlichem Geruch sind in Wasser unlöslich, mit den meisten organischen Lösemitteln sind sie dagegen mischbar.
Es sind ggf. Beschränkungen aus Anhang XVII der REACH-Verordnung zu beachten: Farbabbeizer mit mehr als 0,1 Gew.-% Dichlormethan dürfen nicht in Verkehr gebracht oder benutzt werden (s. Nr. 59 in VO; Ausnahmeregelungen in Mitgliedstaaten möglich).
Auf Grund der unterschiedlichen Gehalte an Dichlormethan und anderen Lösemitteln können die Angaben zu sicherheitstechnischen Kenngrößen wie dem Flammpunkt unterschiedlich sein.
Die produktspezifischen Kenndaten im Ein­zel­nen sind den Sicherheitsdatenblättern der Her­steller zu ent­neh­men. Die folgenden Daten sind zur Orientierung aufgeführt.
Untere Explosionsgrenze: ca. 0,6 Vol.-%
Obere Explosionsgrenze: ca. 7,0 Vol.-%
Gemische, die auf Grund ihrer niedrigen Viskosität beim versehentlichen Verschlucken eine Aspi­ra­tions­gefahr für den Menschen darstellen, sind zusätzlich ge­kenn­zeichnet mit:
dem H-Satz H304 (H304: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein.). Das Signalwort ist dann GEFAHR statt ACHTUNG.
Die Charakteri­sierung und die Explosions­grenzen wurde Hersteller­informationen entnommen.
Dichlormethan
Arbeitsplatzgrenzwert (AGW): 180 mg/m³ bzw. 50 ml/m³ (ppm)
Spitzenbegrenzung: Überschreitungsfaktor (ÜF) 2; Ka­te­go­rie für Kurzzeitwerte (II)
Das Produkt aus Überschreitungsfaktor und Über­schrei­tungsdauer muss eingehalten werden: ÜF 2 x 15 min = 30 min (berechne Produkt (tatsächliche Überschreitungsfaktor) x min). Max. 4 Überschreitungen pro Schicht, max. 60 min.
Bemerkung Z (TRGS 900): Ein Risiko der Frucht­schä­digung kann auch bei Einhaltung des AGW und des BGW nicht ausgeschlossen werden.
Gefahr der Hautresorption (H)
Biologischer Grenzwert: Unter­suchungs­parameter: Dichlormethan, Grenz­wert: 500 µg/l, Unter­suchungs­material: Vollblut, Probe­nahme­zeit­punkt: unmittelbar nach Exposition
Krebserzeugend Kat. 2 (GefStoffV) - Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben
TA Luft (2002): (Nummer 5.2.5) Klasse I, d.h. der Massen­strom von 0,1 kg/h oder die Massen­konzen­tration von 20 mg/m³ im Abgas darf nicht über­schritten werden.
Ist dies mit verhältnismäßigem Auf­wand nicht ein­zu­halten, ist die Emissions­begren­zung im Ein­zel­fall fest­zu­legen.
Beim Vorhandensein von mehreren Stoffen sind die wei­teren Fest­legungen der TA Luft hin­sichtlich maxi­maler Massen­ströme und -konzen­tration im Abgas zu beachten.
WGK: 2 (deutlich wassergefährdend)
Bei der WGK handelt es sich um eine Selbsteinstufung.