GisChem

Styrol

Auszug aus:
Datenblatt

Styrol: Charakterisierung, Grenzwerte, Einstufungen

Styrol ist eine farblose Flüssigkeit mit einem charakteristischen, in niedrigen Konzentrationen süßlichen Geruch. Es ist in Wasser sehr gering, in den meisten organischen Lösemitteln, wie z.B. Aceton dagegen gut löslich.
Die Substanz wird hauptsächlich zur Herstellung polymerer Produkte, wie z.B. Polystyrol, AS (Copolymerisate mit Acrylnitril), ABS (Copolymerisate mit Acrylnitril und Butadien) sowie Polyesterharzen verwendet.
Als das wichtigste reaktionsfähige Monomer ist es ein wesentlicher Bestandteil ungesättigter Polyesterharze.
Styrol ist darüber hinaus ein gutes Lösemittel für Polystyrol, ungesättigte Polyester und synthetischen Kautschuk.
Monomeres Styrol wird durch Zusätze wie z.B. 4-t-Butylbrenzcatechin oder Hydrochinon stabilisiert, da es bereits bei Licht und Raumtemperatur polymerisiert.
Schmelzpunkt: -31 °C
Siedepunkt: 145,2 °C
Flammpunkt: 31,1 °C
Zündtemperatur: 490 °C
Untere Explosionsgrenze: 1,1 Vol.-% bzw. 45 g/m³
Obere Explosionsgrenze: 8 Vol.-% bzw. 350 g/m³
Styrol
Arbeitsplatzgrenzwert (AGW): 86 mg/m³ bzw. 20 ml/m³ (ppm)
Spitzenbegrenzung: Überschreitungsfaktor (ÜF) 2; Ka­te­go­rie für Kurzzeitwerte (II)
Das Produkt aus Überschreitungsfaktor und Über­schrei­tungsdauer muss eingehalten werden: ÜF 2 x 15 min = 30 min (berechne Produkt (tatsächliche Überschreitungsfaktor) x min). Max. 4 Überschreitungen pro Schicht, max. 60 min.
Geruchsschwelle: 0,05 ml/m³ - 0,08 ml/m³
Bemerkung Y (TRGS 900): Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Ein­haltung der Grenz­werte (AGW und ggf. BGW) nicht be­fürchtet zu werden.
Biologischer Grenzwert: Unter­suchungs­parameter: Mandelsäure plus Phenylglyoxylsäure, Grenz­wert: 600 mg/g Kreatinin, Unter­suchungs­material: Urin, Probe­nahme­zeit­punkt: bei Lang­zeit­exposition: am Schichtende nach mehreren voran­gegangenen Schichten oder Expositions­ende, bzw. Schicht­ende
Reproduktionstoxisch - fruchtschädigend - Kat. 2 (GefStoffV) - Stoffe, die wegen möglicher fruchtschädigender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben.
TA Luft: (Nummer 5.2.5 Gesamtkohlenstoff), d.h. die im Abgas ent­haltenen Emis­sionen dürfen den Massen­strom von 0,50 kg/h oder die Massen­konzen­tration von 50 mg/m³ insgesamt nicht überschreiten.
Für Anlagen zur Verarbeitung von flüssigen unge­sättigten Poly­ester­harzen mit Styrol-Zusatz gilt ab­weichend von der Fest­legung unter Nummer 5.2.5:
Die Massenkonzentration von 85 mg/m³, angegeben als Gesamtkohlenstoff, darf nicht überschritten werden.
Die Möglichkeiten, die Emissionen an Styrol durch z.B. den Einsatz styrolarmer oder -freier Harze weiter zu vermindern, sind auszuschöpfen.
WGK: 2 (deutlich wassergefährdend), Kenn-Nr.: 187