GisChem

Epichlorhydrin

Auszug aus:
Datenblatt

Epichlorhydrin: Charakterisierung, Grenzwerte, Einstufungen

Epichlorhydrin wird auch als alpha-Epichlorhydrin, 1-Chlor-2,3-epoxypropan, Chlormethyloxiran, gamma-Chlorpropylenoxid oder ECH bezeichnet und ist eine farblose, chloroformartig-stechend riechende Flüssigkeit.
Der Stoff ist wenig löslich in Wasser (zersetzt sich dabei langsam zu Monochlorhydrin), aber mischbar mit den meisten organischen Lösungsmitteln wie z.B. Ethern, Alkoholen, Estern, Ketonen und Kohlenwasserstoffen.
Verwendet wird Epichlorhydrin u.a. zur Herstellung von Epoxidharzen und Bodendesinfektionsmittel. Bei der Herstellung von Gycerin sowie verschiedenen Kunststoffen kommt es als Zwischenprodukt vor.
Es ist auch in einigen Insektiziden enthalten.
Achtung! Die Geruchsschwelle von Epichlorhydrin liegt ober­halb des Grenzwertes, d.h. wird der Geruch wahr­ge­nommen, ist der Grenzwert schon überschritten.
Schmelzpunkt: -48 °C
Siedepunkt: 115 °C bis 117 °C
Flammpunkt: 28 °C
Zündtemperatur: 385 °C
Untere Explosionsgrenze: 2,3 Vol.-% bzw. 86 g/m³
Obere Explosionsgrenze: 34,4 Vol.-% bzw. 1315 g/m³
Epichlorhydrin
In der TRGS 910 sind folgende stoffspezifische Konzentrationswerte im Rahmen des gestuften risikobezogenen Maßnahmenkonzepts für Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen (ERB-Konzept) festgelegt:
Akzeptanzkonzentration: 2,3 mg/m³ (0,6 ppm) (fest­ge­legt aus­schließ­lich als Schichtmittelwert)
Toleranzkonzentration: 8 mg/m³ ( 2 ppm)
Spitzenbegrenzung der Toleranzkonzentration: Über­schrei­tungsfaktor (ÜF) 2; Kategorie für Kurzzeitwerte (II)
Das Produkt aus Überschreitungsfaktor und Über­schrei­tungsdauer muss eingehalten werden: ÜF 2 x 15 min = 30 min (berechne Produkt (tatsächliche Überschreitungsfaktor) x min). Max. 4 Überschreitungen pro Schicht, max. 60 min.
Geruchsschwelle: 10 ppm - 25 ppm
Gefahr der Hautresorption (H)
Stoffspezifische Äquivalenzwerte in biologischem Material nach TRGS 910:
Untersuchungsparameter: S-(3-Chlor-2-hydroxypropyl)merkaptursäure
Äquivalenzwert zur Akzeptanzkonzentration: 8 mg/g Kreatinin, Wert zur Toleranzkonzentration: 28 mg/g Kreatinin
Untersuchungsmaterial: Urin, Probenahmezeitpunkt: Expositionsende, bzw. Schichtende oder bei Langzeitexposition: am Schichtende nach mehreren vorangegangenen Schichten
Die Toleranzkonzentration sowie der entsprechende Äquivalenzwert in biologischem Material wurde aufgrund zusätzlicher akuter und chronischer Wirkungen von Epichlorhydrin fest­gelegt. Bei Überschreitung gelten dieselben Maßnahmen wie bei Über­schrei­tung eines AGW.
Arbeitsplatzgrenzwert der EU: 1,9 mg/m³ (gemessen oder berechnet anhand eines Bezugszeit­raumes von 8 Stunden)
Der Arbeitsplatzgrenzwert der EU darf nicht über­schrit­ten werden.
Krebserzeugend Kat. 1B (GefStoffV) - Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten.
TA Luft (2002): Das Emissionsminimierungs­gebot ist zu berück­sichtigen: Unter Beachtung des Grund­satzes der Verhältnis­mäßigkeit sind im Abgas enthal­tene Emis­sionen soweit wie möglich zu begrenzen.
Zu einer der folgenden Klassen ist Epichlor­hydrin zu­zu­ord­nen, de­ren Stoffen er in sei­ner Wirk­stär­ke am nächsten steht.
(Nummer 5.2.7.1.1) Klasse I, d.h. der Massen­strom von 0,15 g/h oder die Massen­konzen­tration von 0,05 mg/m³ im Abgas darf nicht über­schritten werden.
(Nummer 5.2.7.1.1) Klasse II, d.h. der Massen­strom von 1,5 g/h oder die Massen­konzen­tration von 0,5 mg/m³ im Abgas darf nicht über­schritten werden.
(Nummer 5.2.7.1.1) Klasse III, d.h. der Massen­strom von 2,5 g/h oder die Massen­konzen­tration von 1 mg/m³ im Abgas darf nicht über­schritten werden.
Beim Vorhandensein von mehreren Stoffen sind die wei­teren Fest­legungen der TA Luft hin­sichtlich maxi­maler Massen­ströme und -konzen­tration im Abgas zu beachten.
WGK: 3 (stark wassergefährdend), Kenn-Nr.: 92