GisChem

Fluorwasserstoffsäure ab 1 % bis unter 7 %

Auszug aus:
Datenblatt

Fluorwasserstoffsäure ab 1 % bis unter 7 %: Charakterisierung, Grenzwerte, Einstufungen

Fluorwasserstoffsäure ab 1 % bis unter 7 % wird auch als Flusssäure bezeichnet und ist eine farblose, stechend riechende, feuchtigkeitsanziehende Flüssigkeit, die in jedem Verhältnis mit Wasser mischbar ist.
Fluorwasserstoff wird bei der Oberflächenbehandlung von Gläsern und Metallen, z.B. als Ätzchemikalie bei der Halbleiterfertigung, zum Ent-Emaillieren, in Fassaden- und Steinreinigern, zur Rostfleckentfernung und in Ätztinten eingesetzt.
Die Herstellung anorganischer Fluoride ist ebenfalls ein wesentlicher Einsatzbereich.
Die folgenden Informationen beziehen sich ausschließlich auf die wässrige Lösung von Fluorwasserstoff.
Für Lösungen mit anderen Konzen­trationen sind in GisChem auf­grund des unter­schied­lichen Ge­fah­ren­potenzials geson­derte Daten­blätter enthalten.
Der Siedepunkt der wässrigen Flusssäure hängt von ihrer Konzentration ab und muss den Herstellerangaben entnommen werden. Er liegt bei niedrigen Konzentrationen etwas oberhalb von 100 °C.
Die folgenden Informationen beziehen sich aus­schließlich auf die Verwendung in Laboratorien.
Fluorwasserstoffsäure
Arbeitsplatzgrenzwert (AGW): 0,83 mg/m³ bzw. 1 ml/m³ (ppm)
Spitzenbegrenzung: Überschreitungsfaktor (ÜF) 2; Ka­te­go­rie für Kurzzeitwerte (I)
Der messtechnische Mittelwert über 15 Minuten darf den 2-fachen AGW nicht überschreiten.
Geruchsschwelle: 0,03 mg/m³ - 0,13 mg/m³
Bemerkung Y (TRGS 900): Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Ein­haltung der Grenz­werte (AGW und ggf. BGW) nicht be­fürchtet zu werden.
Gefahr der Hautresorption (H)
Biologischer Grenzwert: Unter­suchungs­parameter: Fluorid, Grenz­wert: 7,0 mg/g Kreatinin, Unter­suchungs­material: Urin, Probe­nahme­zeit­punkt: Expositions­ende, bzw. Schicht­ende; Unter­suchungs­parameter: Fluorid, Grenz­wert: 4,0 mg/g Kreatinin, Unter­suchungs­material: Urin, Probe­nahme­zeit­punkt: vor nach­folgender Schicht
TA Luft (2002): (Nummer 5.2.4) Klasse II, d.h. der Massen­strom von 15 g/h oder die Massen­konzen­tration von 3 mg/m³ im Abgas darf nicht über­schritten werden.
Beim Vorhandensein von mehreren Stoffen sind die wei­teren Fest­legungen der TA Luft hin­sichtlich maxi­maler Massen­ströme und -konzen­tration im Abgas zu beachten.
WGK: 2 (deutlich wassergefährdend), Kenn-Nr.: 254
Bei einer Konzentration unterhalb von 5 % ist Flusssäure abweichend hiervon schwach wassergefährdend (WGK 1).