GisChem

Desinfektionsmittel auf Peressigsäurebasis der Gefahrgruppe OP IV (spezielle Anwendung)

Auszug aus:
Datenblatt

Desinfektionsmittel auf Peressigsäurebasis der Gefahrgruppe OP IV (spezielle Anwendung): Charakterisierung, Grenzwerte, Einstufungen

Desinfektionsmittel auf Peressigsäurebasis enthalten Peressigsäure (PES), Essigsäure, Wasserstoffperoxid, Wasser und ggf. weitere Zusätze in wechselnden Konzentrationen.
Sie kommen stabilisiert in den Handel. Angemischte Gebrauchslösungen sind dagegen nur sehr begrenzt haltbar. Peressigsäuren sind farblose Flüssigkeiten mit unangenehm stechendem Geruch, die mit Wasser unbegrenzt mischbar sind.
Handelsnamen sind z.B. Oxystrong FG oder Proxitane AHC.
Diese Produkte sind in der 12. Desinfektionsmittelliste der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft aufgeführt.
Die Wirkung als Desinfektionsmittel ist damit unter Einhaltung der angegebenen Konzentrationen und Einwirkzeiten erwiesen. Zur Desinfektion sind daher solche Mittel bevorzugt einzusetzen (Ausnahme: Bekämpfung des BSE/TSE-Erregers).
Desinfektionsmittel fallen in den Regelungsbereich der Biozid-Verordnung. Seit September 2015 dürfen sie nur noch Wirkstoffe enthalten, die in einer Positivliste der ECHA aufgeführt sind.
Verwendet werden diese Desinfektions­mittel unter anderem im Veterinär­bereich. Dieses Daten­blatt bezieht sich auf die Verwen­dung in Verwer­tungs­be­trieben für tierische Neben­produkte.
Für Desinfektionsmittel in Biogasanlagen gibt es in GisChem ein eigenes Datenblatt. Für die Anwendung von Desinfektions­reinigern in vielen anderen Bereichen sind Informationen im Gefahrstoff­informations­system GISBAU enthalten.
PES ist in verschiedenen Konzentrationen im Handel. Zum Einsatz als Desinfektionsmittel werden handelsübliche Formulierungen vom Anwender auf Gebrauchsstärke verdünnt.
Dieses Datenblatt bezieht sich auf Peressigsäureprodukte, die in die Gefahrgruppe OP IV eingruppiert sind. Diese Eingruppierung ist im Einzelfall anhand der Herstellerangaben z.B. im Sicherheitsdatenblatt zu prüfen!
Die Produkte dieser Produktgruppe können in Abhängigkeit von der Konzentration der Inhaltsstoffe von der oben genannten Einstufung nach Gefahrstoffrecht abweichen.
Für Desinfektionsmittel auf Peressigsäurebasis, die in die Gefahrgruppen OP Ib, II und III gruppiert sind, gibt es wegen des deutlich höheren Gefahrpotenzials in GisChem ein eigenes Datenblatt.
Die produktspezifischen Kenndaten im Ein­zel­nen sind den Sicherheitsdatenblättern der Her­steller zu ent­neh­men.
Die Charakterisierung wurde Herstellerinformationen entnommen.
Peroxyessigsäure
Gefahr der Hautresorption (H)
Essigsäure
Arbeitsplatzgrenzwert (AGW): 25 mg/m³ bzw. 10 ml/m³ (ppm)
Spitzenbegrenzung: Überschreitungsfaktor (ÜF) 2; Ka­te­go­rie für Kurzzeitwerte (I)
Der messtechnische Mittelwert über 15 Minuten darf den 2-fachen AGW nicht überschreiten.
Bemerkung Y (TRGS 900): Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Ein­haltung der Grenz­werte (AGW und ggf. BGW) nicht be­fürchtet zu werden.
Wasserstoffperoxid
Grenzwertvorschlag der DFG-Senatskommission, der als Beurteilungsmaßstab herangezogen werden kann: 0,5 ml/m³ (ppm) bzw. 0,71 mg/m³.
Essigsäure
TA Luft (2002): (Nummer 5.2.5) Klasse II, d.h. der Massen­strom von 0,5 kg/h oder die Massen­konzen­tration von 100 mg/m³ im Abgas darf nicht über­schritten werden.
Für die Summe aller organischen Emissionen gilt:
TA Luft (2002): (Nummer 5.2.5 Gesamtkohlenstoff), d.h. die im Abgas ent­haltenen Emis­sionen dürfen den Massen­strom von 0,50 kg/h oder die Massen­konzen­tration von 50 mg/m³ insgesamt nicht überschreiten.
Die besonderen Bestimmungen der TA Luft (2002) für Anlagen zur Besei­tigung und Ver­wertung von Tier­körpern nach Nummer 5.4.7.12.1 sind zu beachten.
WGK: 2 (deutlich wassergefährdend)
Bei der WGK handelt es sich um eine Selbsteinstufung.